Asut Tesoru (Big Blue) – Wir machen es! (dt.)

Nach einer sanften Passage von Yinazao ist die JOIDES Resolution am Fuß des Asut Tesoru (engl. Big Blue) Seamount angekommen. Schaut man hinaus, sieht man freilich nur den Pazifik, riesengroß und blau. Vom Seamount keine Spur: sein Bergfuß befindet sich schließlich gute drei Kilometer unter uns. Keine Chance, hier oben irgend etwas davon zu bemerken. Auch der Kapitän kann keinen Unterschied beim Verhalten des Schiffes feststellen, gleich, ob er einen Tiefseegraben oder ein untermeerisches Gebirge überquert. Dennoch wissen wir: die Serpentinit-Schlammvulkane existieren wirklich, Asut Tesoru befindet sich genau unter uns (Bohrloch: U1493A, geogr. Breite: 17°59.1668’N, geogr. Länge: 147°06.0057’ O, Wassertiefe: 3359 mbsl). Es ist nicht leicht, sich einem Seamount zu nähern, man braucht ein U-Boot, oder man kann ihn mit dem Bohrgestänge tangieren, wie wir auf dieser Expedition. Nur einfach auf ihm herumlaufen oder ihn von weitem betrachen kann man nicht. Es verwundert daher wenig, dass die Serpentinit-Schlammvulkane gemeinhin wenig bekannt sind, zumindest außerhalb geologischer Fachkreise, die sich zudem großenteils an Bord befinden. An Land würde niemand einen Berg von den Ausmaßen des Mount Kosciuszko (2228m), Australien’s höchstem Gipfel, übersehen (aber so hoch ist Asut Tesoru). Hier unten, auf dem Grund des Pazifik, ist das etwas anderes.

Trotzdem wissen wir aufgrund bathymetrischer Daten ziemlich genau, welche Form Asut Tesoru hat. Danach mussten schließlich die Bohrlöcher geplant werden. Die Karte gibt eine Übersicht (siehe dazu Literaturangaben unten).

Serpentinit-Schlamm ist kein einfaches Material, um hineinzubohren. Es ist zäh-plastisch und setzt den Bohrverfahren großen Widerstand entgegen. Wir konnten beim ersten und zweiten Versuch daher nur kurze Bohrkerne bergen. Bei weiteren Versuchen kam dann doch noch der erwartete grünlich-blaue Serpentinit-Schlamm mit Brocken von Mantelgestein (Peridotit), großenteils serpentinisiert, an Bord (siehe Foto unten und Anhänge).

Nach vielen strategischen Überlegungen und Anstrengungen, vor allem für die Bohrmannschaft, gelingt es uns also schließlich doch, in das Innere des Schlammvulkans vorzudringen und seinen Geheimnissen wie Eruptionsverhalten und Alter ein Stückchen weiter auf die Spur zu kommen. Was jedem. der sich für diesen Serpentinit-Schlammvulkan interessiert selbst überlassen bleibt, ist, sich eine eigene Vorstellung von dem seltsamen Riesen auf dem Meeresboden zu machen. Für die Wissenschafts-Crew an Bord kann ich sagen, wir machen es!

Literatur:

Fryer, P.; Gharib, J.; Ross, K.; Savov, I.; Mottl, M. J., 2006, Variability in serpentinite mudflow mechanisms and sources: ODP drilling results on Mariana forearc seamounts, Geochem. Geophys. Geosyst., Vol. 7, Q08014, DOI 10.1029/2005GC001201, 25 August 2006.

Oakley, A.J., B. Taylor, P. Fryer, G.F. Moore, A.M. Goodlife, J. K. Morgan, Emplacement and Growth of Serpentinite Seamounts on the Mariana Forearc: Gravitational Deformation of Serpentinite Seamounts,  Geophysical Journal International. (2007) 170, 615–634